Osteochondrosis beim Hund

Von | 22. Januar 2019

Osteochondrosis beim Hund. Hund im Herbst mit fallenden Blättern

Osteochondrosis beim Hund oder OCD genannt, ist eine Erkrankung bei Hunden, die die Entwicklung des Hundeskeletts beeinträchtigt. Noch immer ist nicht vollkommen klar, was genau die Ursachen für diese Erkrankung sind. Jedoch gibt es verschiedene Ansätze, die sie hervorrufen. Mit denen können Sie das Risiko, dass der Hund daran erkrankt, vorbeugend reduzieren.

Was genau ist Osteochondrosis beim Hund?

Befindet sich ein Hund in der Wachstumsphase, so wächst der Knochen unter anderem im Bereich der Gelenkflächen. An diesen Stellen bildet sich durch Zellteilung Knorpelgewebe. Dieses verbindet zum einen zwei Knochen miteinander. Zum anderen wird das Gewebe im Laufe der Zeit selbst in Knochenzellen umgewandelt. Ist ein Hund an Osteochondrosis erkrankt, so teilen sich die Knorpelzellen an den Gelenken zu schnell. Dadurch findet die Bildung der Knochen zu langsam statt. Deshalb wird der Knochen selbst nicht lang genug und der Knorpel an den Gelenken wird schnell sehr dick.

Die Knorpel erhalten ihre Nährstoffe über die Gelenkflüssigkeit. Das Knorpelgewebe, das am weitesten vom Gelenk entfernt ist, erhält dann nicht genügend Nährstoffe. Diese Knorpelzellen sterben dann ab und ihre Verbindung zum darunterliegenden Knochen kann nicht mehr gehalten werden. Somit lösen sich diese abgestorbenen Knorpelzellen vom Knochen. Außerdem können Risse im Gelenkknorpel entstehen, wodurch Gelenkflüssigkeit zwischen Knorpel und Knochen eindringen kann. Aus diesem Grund löst sich der Knorpel dann ab. Entweder bleibt das abgelöste Knorpelgewebe an seiner Stelle. Möglich ist auch, dass es zu wandern beginnt. Das passiert vor allem nach starker mechanischer Einwirkung. Dieses nennt man auch Gelenkmaus.

Während die wandernden Knorpelzellen an anderen Stellen noch verknöchern können, führt der Kontakt von Knorpelflüssigkeit und Knochen zu Entzündungen. Beides löst dann vor allem bei Bewegung Schmerzen aus. Es schränkt die Beweglichkeit des Hundes ein und führt so zu Lahmheit.

Wann und wo tritt Osteochondrosis am häufigsten auf?

Große und schwere Hunderassen sind am häufigsten von Osteochondrosis betroffen. So zum Beispiel der Deutsche und Belgische Schäferhund, Deutsche Doggen, Neufundländer aber auch Labrador und Golden Retriever. Jedoch können ebenso kleinere Hunderassen an Osteochondrosis erkranken.

Besonders in den Schultergelenken, aber auch in Ellenbogen und Knie- und Sprunggelenken tritt Osteochondrosis beim Hund am meisten auf. Oft entsteht die Erkrankung bereits im Alter von vier bis sieben Monaten. Diagnostiziert wird sie häufig aber erst zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat.

Osteochondrosis beim Hund. Schöner Hundebesitzer mit ihrem großen braunen Hund, auf einer Bank sitzend und in die Zukunft schauend

Auslöser von Osteochondrosis

Auffällig ist, dass bestimmte Linien derselben Rasse häufiger an Osteochondrosis erkranken. Erbliche Veranlagung spielt also bei der Entstehung dieser Erkrankung auf jeden Fall eine Rolle. Auch das Gewicht des Hundes ist für die Entwicklung von Osteochondrosis verantwortlich. Vor allem Hunde die ausgewachsen ein Gewicht von 25 Kilogramm und mehr erreichen sind oft betroffen.

Aktivität des Hundes

Zu viel Aktivität des jungen Hundes kann die geschädigten Knorpelstrukturen so stark belasten, dass sich Knorpelgewebe vom Knochen ablöst. Auch können Knochenfortsätze abbrechen. Längeres wildes Spielen mit plötzlichen Richtungswechseln trägt somit ebenfalls einen Teil zur Entwicklung von Osteochondrosis beim Hund bei.

Ernährung

Übergewicht beansprucht das Skelett eines jungen Hundes zu stark. Dies kann durch eine falsche Ernährung zustande kommen. Wird der Körper mit zu viel Energie versorgt, wächst er schneller und nimmt vermehrt an Gewicht zu. Dieses Gewicht kann dann das Hundeskelett und besonders die Gelenke übermäßig stark beanspruchen.

Wird der Hund außerdem mit einer falschen Nährstoffzusammensetzung gefüttert, kann auch dies einen negativen Einfluss auf die Knorpelbildung haben. Beispielsweise fördert ein falsches Verhältnis von Kalzium, Phosphor und Vitamin D Osteochondrosis beim Hund.

Symptome und Diagnose von Osteochondrosis beim Hund

Die auffälligsten Symptome von Osteochondrosis beim Hund sind Lahmen und das Vermeiden von bestimmten Bewegungen. Auch können die Gelenke bei Erkrankung angeschwollen sein. Zwar gibt es auch noch andere Erkrankungen, die diese Symptome hervorrufen können. Jedoch sollte der Hund dann auch auf Osteochondrosis hin untersucht werden.

Der Tierarzt stellt die Erkrankung des Hundes zum einen dadurch fest, dass er die Gelenke des Hundes bewegt. Dabei prüft er, ob dieser dabei Schmerzen hat.. Anschließend kann der Tierarzt die Erkrankung durch Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Gelenkspiegelung bestimmen.

Vorbeugung und Behandlung von Osteochondrosis beim Hund

Zwar treten die Symptome von Osteochondrosis in der Regel erst auf, wenn die Krankheit bereits im fortgeschrittenen Stadium ist. Trotzdem gibt es einige Ansatzpunkte, mit denen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund daran erkrankt, mindern können.

Bewegung und Belastung bei Junghunden

Junge Hunde wachsen im ersten Lebensjahr am meisten. In dieser Zeit ist es sehr wichtig, dass Skelett und Gelenke nicht zu sehr beansprucht werden. Bestimmte Spiele und Bewegungen schädigen die Gelenke. Diese sollten Sie vermeiden. Dazu gehören zum Beispiel Springen, Treppensteigen oder Ballspiele mit schnellen Richtungswechseln.

Osteochondrosis beim Hund. Aletschgletscher mit Hund

Ernährung

Wie bei den Ursachen bereits genannt hat auch die Ernährung einen Einfluss auf das Knochen- und Knorpelwachstum des Hundes. Dabei reicht es bereits, die Futter- und die darin enthaltene Energiemenge an die Wachstumsphase des Hundes anzupassen. Je nach dem jeweiligen Bedarf sollten Sie darauf achten, dass insbesondere die Zusammensetzung von Kalzium, Phosphor und Vitamin D übermäßigem Knorpelwachstum entgegenwirkt. Das fördert eine gesunde Verknöcherung. Wurde bereits Osteochondrosis beim Hund festgestellt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese zu behandeln und Beschwerden zu lindern.

Haben sich noch keine Knorpelablösungen gebildet, so helfen eine entsprechende Diät, Ruhigstellung und entzündungshemmende Medikamente. Eine angepasste Diät kann wie bereits beschrieben die Versorgung von Knorpel mit Nährstoffen beeinflussen und das Wachstum weiterer Knorpelzellen verlangsamen. Außerdem ist es hilfreich, wenn Sie Ihren Hund für eine längere Zeit nur an der Leine führen. So verhindern Sie freien Auslauf mit viel Rennen und Toben. Dabei schonen Sie die Gelenke und können eine Ablösung von Knorpel bestenfalls verhindern. Zusätzlich gibt es einige entzündungshemmende Medikamente. Sie können die Symptome lindern. Allerdings sind sie umstritten. Hier sollte man sich als Halter ausführlich vom Tierarzt beraten lassen.

Hat sich bereits Knorpelgewebe vom Knochen abgelöst, sollten Sie dieses durch eine Operation entfernen lassen. Auch ein minimal-invasiver Eingriff ist eventuell möglich. Dabei wird die Operation mit kleinsten Schnitten durchgeführt. Die Wunde heilt dadurch leichter und schneller. Neben dem Entfernen von Knorpelgewebe ist es bei dem Eingriff gegebenenfalls auch möglich, den Knorpel wieder zu glätten.

Nach der Operation sollten Sie darauf achten, dass der Hund die Gelenke für mehrere Wochen schont. Auch eine Rehabilitation kann dazu beitragen, die Kraft und Beweglichkeit des Hundes wiederherzustellen.