Reiseübelkeit beim Hund – Was gibt es zu beachten

Von | 2. Mai 2020
Reiseübelkeit beim Hund. Trauriger nasser Hund am Strand

Nicht nur der Mensch, sondern auch unsere vierbeinigen Freunde können unter den Symptomen einer Reisekrankheit leiden. Die Übelkeit lässt sich zwar nicht per Knopfdruck abstellen, aber es gibt Mittel und Wege, diese zumindest in kleinen Schritten zu minimieren beziehungsweise komplett zu beseitigen. Das erfordert jedoch Geduld und Einfühlungsvermögen. Der nachfolgende Artikel enthält Angaben über Ursachen und Symptome einer Reiseübelkeit beim Hund sowie vielfältige Tipps und Tricks, damit Bello & Co. endlich wieder mit Freude auf Reisen gehen können.

Ursachen und Entstehung einer Reiseübelkeit beim Hund

Einige Vierbeiner übergeben sich bereits bei einer nur kurzen Fahrstrecke. Das Problem dieser Überreaktion: Das Hundehirn muss ständig Informationen verarbeiten, die ihm die Sinnesorgane des Körpers übermitteln. Während der Fahrt im Auto, Bus oder Zug entstehen jedoch widersprüchliche Wahrnehmungen über die Bewegung und die Lage im Raum. Das im Innenohr befindliche Gleichgewichtsorgan erkennt Bewegungen in Form von Beschleunigung und Abbremsen sowie Richtungswechsel des Autos. Die Augen definieren ihre Umgebung hingegen als unbeweglich und starr. Durch diese unterschiedlichen Signale entsteht ein Konflikt, der dem Tier zu schaffen macht. Hierbei trifft es besonders Hunde, die nicht aus dem Fenster schauen können. Aber auch Vierbeiner mit Fensterblick kann es treffen. Sie reagieren wiederum speziell auf Vibrationen und Schaukelbewegungen des Fahrzeuges.

Reiseübelkeit beim Hund. Kofferraum mit süßen Mops und Gepäck

Symptome bei Reiseübelkeit beim Hund

Es gibt vielfältige Symptome dieser Übelkeit. Manche Hunde weigern sich sogar in ein Auto zu steigen. Sie haben die negativen Erfahrungen bereits manifestiert und verfallen mitunter in Angstattacken oder Panik.

Klassische Anzeichen bestehen in erhöhter Unruhe, Abgeschlagenheit, Zittern, Apathie, Winseln oder Bellen, unkontrolliertem Speichelfluss bis hin zum Erbrechen. Letztgenanntes Symptom stellt normalerweise eine Schutzreaktion des Körpers dar. In Bezug auf die Reiseübelkeit besteht der Verdacht, dass der Körper die widersprüchlichen Sinneseindrücke als eine Vergiftungserscheinung definiert. Das Erbrechen soll demnach Erleichterung schaffen und die Giftstoffe aus dem Hundekörper befördern. In seltenen Fällen kommt es sogar zum Urin- und Kotabsatz.

Häufigkeit einer Reiseübelkeit beim Hund

Generell kann fast jeder Hund im Laufe seines Lebens an den Beschwerden erkranken. Häufig trifft es jedoch Welpen und junge Hunde. Deren Gehirn muss erst noch lernen, die unterschiedlichen Signale zu verarbeiten. Um dem kleinen Kerl mögliche unangenehme Erfahrungen zu ersparen, sollten Hundebesitzer ihren Liebling bereits während der ersten Ausflüge im Auto genau beobachten. Anzeichen von Beschwerden lassen sich schon im Vorfeld mit einfachen Mitteln beheben. Ebenso besteht heute die Möglichkeit, eine Behandlung der Reiseübelkeit beim Hund auch ohne den Einsatz von hochwirksamen Medikamenten zuverlässig und ausdauernd durchzuführen.

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Kein Start mit vollem Magen!

Um das Erbrechen zu verhindern, sollten Sie Ihrem Hund einige Stunden vor Reiseanritt kein Futter mehr anbieten. Manche Tiere erbrechen sich mitunter aus Hunger oder Aufregung. In diesem Fall kann eine kleine Menge an Trockenfutter zur Verfügung stehen. Füllen Sie auch den Getränkenapf mit frischem Wasser auf! Trinken ist unter derartigen Bedingungen äußerst wichtig!

Der Platz im Auto ist entscheidend!

Die Straßenverkehrsordnung verweist darauf, dass mitfahrende Hunde im Fahrzeug umfassend zu sichern sind. Aus diesem Grund bevorzugen etliche Halter eine Hundetransportbox, in die sich der Liebling wie in eine “Höhle” zurückziehen kann. Andere Besitzer entscheiden sich für ein spezielles Hundegeschirr, welches sich problemlos am Sicherheitsgurt befestigen lässt. Dadurch sitzt der kleine Gauner vorn neben Frauchen oder Herrchen und genießt die Sicht nach draußen. Andererseits kann es durchaus passieren, dass es dem Tier nur in der Hundebox unwohl wird und er lieber den Fahrgastraum bevorzugt. Hier sollten Sie einfach sämtliche Varianten ausprobieren.

Reiseübelkeit beim Hund. Liegender Hund auf einem Schiff im Meer

Auf den Fahrstil kommt es an!

Fahren Sie umsichtig und vermeiden Sie unnötige Beschleunigungs- und Lenkmanöver sowie abruptes Abbremsen. Als Fahrer sind Bewegungen des Fahrzeuges wesentlich geringer wahrnehmbar, umso stärker spüren Insassen auf der Rückbank das rasante Tempo im womöglich noch kurvigen Gelände.

Temperaturen beachten!

Vergewissern Sie sich, dass es im Auto weder zu kalt noch zu heiß ist. Im Gegensatz zum Menschen braucht der Vierbeiner eine deutlich längere Zeitspanne, um seine Körpertemperatur der Umgebung anzupassen. Deshalb ist es besonders im Sommer ratsam, längere Reisen in die Morgen- und Abendstunden zu legen.

Sorgen Sie ebenfalls für ausreichend Frischluftzufuhr, indem das Fenster nur spaltbreit offen bleibt. Allerdings darf keine Zugluft entstehen. Regelmäßige Pausen zur Bewegung sorgen nicht nur beim Tier für Entspannung. Geben Sie dem kleinen Matz außerdem Gelegenheit sich zu erleichtern und zu trinken.

Behandlungsmöglichkeiten

Leidet der kleine Kerl weiterhin unter starker Übelkeit, muss der Gang zum Tierarzt erfolgen. Dieser kann mit geeigneten Mitteln gegen die Beeinträchtigungen vorgehen. Hierfür gibt es – ähnlich wie beim Menschen – Reisetabletten, speziell für Hunde. Einige enthalten eine sedierende Wirkung, die den Hund in eine Art “Dämmerzustand” versetzt. Andere Medikamente beschränken sich ausschließlich auf das Unwohlsein, wirken dabei nicht ermüdend. Die Verabreichung kann sogar schon einige Stunden vor Reiseantritt erfolgen.

Die Homöopathie verfügt ebenfalls über Mittel gegen Reiseübelkeit in Form von Globuli, die dem Vierbeiner die Autofahrt erleichtern. Hier haben sich besonders Cocculus und Nux Vomica bewährt. Einige Hundebesitzer schwören wiederum auf die Gabe von Bachblüten Rescue-Tropfen. Welches Mittel jedoch in Frage kommt, sollten Sie vorab mit einem Tierheilpraktiker klären.

Und noch etwas!

Nach einer langen Reise braucht der Liebling unbedingt Ruhe. Um sich von den Strapazen ausreichend regenerieren zu können, sollten ihm daher am ersten Tag keine großen Anstrengungen abverlangt werden.