Hund anschaffen – Wie geht man da vor? Ein neuer Mitbewohner zieht ein

By | 23. Februar 2019
Hund anschaffen. Pembroke-Walisercorgi-Welpe mit dem Einkaufswagen, der nach oben schaut

Einen Hund anschaffen, für viele Menschen geht ein Traum in Erfüllung. Die Entscheidung für einen Vierbeiner und die Auswahl der Rasse müssen jedoch mit Verantwortung und mit allen Familienmitgliedern gemeinsam getroffen werden. Wenn nicht, sind Enttäuschungen auf beiden Seiten vorprogrammiert und ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier ist nicht gewährleistet. Wer sich einen Hund in sein Leben holt, muss sich wichtige Fragen zum Thema Tierhaltung stellen. Dabei geht es nicht nur um die artgerechte Haltung. Sie sollten auch abklären wer sich um Ihren Freund bei Ihrer Abwesenheit kümmert. Dies ist in erster Linie Ihre Arbeitszeit. Aber auch bei Krankheit oder in Ihrem Urlaub sollten Sie für Betreuung sorgen.

Auf den neuen Hundebesitzer warten viele, wunderschöne Momente, aber auch eine ganze Menge neuer Herausforderungen. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet!“. Dies gilt nicht nur für Partnerschaften zwischen Menschen, sondern eben auch für das Zusammenleben von Mensch und Hund. Immerhin muss der Hundehalter bereit sein, für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre die Verantwortung für das Tier zu übernehmen.


Hund anschaffen – aber welcher Hundetyp bin ich eigentlich?

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Soll ein Mischling oder ein Rassehund in Zukunft das Herz des Hundeliebhabers erobern? Welche Rasse bevorzugen Sie, soll ein Welpe oder ein adultes Tier einziehen? Holt man sich einen Hund aus dem Tierheim oder doch lieber vom Züchter? Vor dem Hund anschaffen, müssen Sie diese grundlegenden Fragen klären. Wer sich für ein Rassetier entscheidet, bekommt einen Hund, dem, je nach Zuchtstandard verschiedene Körpermerkmale und Wesenszüge zugeordnet sind. Wer sich hingegen für einen Mischling entscheidet, kauft manchmal die sprichwörtliche Katze im Sack. Denn so ein Mischling ist oft eine liebevolle Überraschung. Welche Charaktereigenschaften er als Startkapital in sein Leben mitbringt, ist nicht immer von Beginn an ersichtlich.

Hund anschaffen. Hundewelpen im Tierheim


Welcher Hund passt zu mir?

Nicht jeder Hund passt zu jedem. Deshalb ist es sehr wichtig, sich im Vorfeld genau zu informieren. Auf keinen Fall darf man sich von Trends und Modeerscheinungen beeinflussen lassen. So lieb der Hund auch in der Werbung aussieht, so anstrengend kann das Zusammenleben mit ihm sein. Vielmehr muss darauf geachtet werden, welche Rasse von den Ansprüchen her am besten zur eigenen Lebensweise passt. So harmoniert ein sportlicher, aktiver Mensch gut mit einem Hund, der viel Auslauf benötigt. Wer hingegen selbst viel Ruhe möchte oder vielleicht selbst schon zu den Senioren zählt, wird mit einem ruhigen, älteren Hund mehr Freude haben.

Männchen oder Weibchen? Alt oder jung?


Welpe oder ausgewachsener Hund, Züchter oder Tierheim, das sind weitere Fragen, die der zukünftige Hundehalter im Vorfeld klären muss. Züchter verkaufen in der Regel Welpen. Der Vorteil ist, dass diese verspielt, neugierig und vor allem extrem lernfähig sind. Der Nachteil ist der Preis, manche Rassen werden teilweise extrem überteuert angeboten. Im Tierheim hingegen warten mehr ältere Tiere auf einen neuen Besitzer. Preislich sind Hunde aus dem Tierheim naturgemäß um einiges günstiger. Das Heim sieht sich nicht als Verkäufer sondern als Vermittler. Sie verlangen nur eine Schutzgebühr. Der Nachteil ist, dass erwachsene Hunde eine längere Eingewöhnungszeit im neuen Zuhause benötigen. Hunde aus dem Tierheim hatten oft schon mehrere Besitzer. Eventuell haben sie sehr schlechte Erfahrungen und Gewalt erlebt. Diese sind vom Hund oftmals noch nicht verarbeitet. In den Heimen sind unteranderem auch Straßenhunde aus dem Aus- und Inland. Auch sie haben schon schreckliche Erfahrungen gemacht.

Die Frage, ob Weibchen oder Männchen muss jeder neue Hundebesitzer für sich selbst beantworten. Grundsätzlich ist es so, dass zwischen weiblichen und männlichen Tieren in Bezug auf die Mensch-Tier-Beziehung fast keine Abweichungen im Sozialverhalten ersichtlich sind. Es gibt bei den weiblichen und männlichen Hunden verspielte und verschmuste Tiere. Ebenfalls aber genauso welche, unabhängig vom Geschlecht, die keine Rauferei auslassen.

Hund anschaffen. Glückliche Golden Retriever Hündin säugt ihre Welpen


Hund anschaffen – der Test hilft bei der Entscheidung

Bin ich bereit für einen Hund? Werden alle Punkte mit „Ja“ beantwortet, dann steht dem Einzug des Vierbeiners nichts mehr im Wege. Allerdings hat jedes “Nein” Auswirkungen auf das Zusammenleben mit dem Hund. Diese muss man sich vorher genau überlegen.

  1. Ist ein Hund in der Wohnung überhaupt erlaubt?
  2. Hat ein Familienmitglied oder ich selbst eine Allergie auf Tierhaare?
  3. Habe ich die finanziellen Möglichkeiten, um die Kosten für ein Jahrzehnt oder länger zu übernehmen? Geld für Nahrung, Spielzeug, Pflege, Tierarzt, Zubehör, Steuer, Versicherung, Ausbildung und eventuell die Unterbringung in der Tierpension während der Urlaubsreise.
  4. Passen meine Lebensplanung ein Hund zusammen? Sind alle, die im Haushalt wohnen mit der Anschaffung eines Hundes einverstanden? Gibt es bereits Haustiere und werden sich diese an den Hund gewöhnen?
  5. Wie viel Zeit habe ich? Hunde sind sehr soziale Tiere und sollten im Idealfall nicht länger als fünf Stunden alleine zu Hause gelassen werden. Ist das mit meiner Arbeitszeit vereinbar? Gibt es Familienmitglieder, die bestimmte Aufgaben abwechselnd übernehmen? Bin ich bereit, Tag und Nacht bei jedem Wetter mit dem Hund Gassi-zu-gehen?
  6. Kann ich dem Hund ein artgerechtes Leben bieten? Ist die Wohnung ausreichend groß?
  7. Habe ich das erforderliche Fachwissen, um den Hund erziehen zu können?

Die Grundausstattung

Ist endlich der große Tag gekommen und der vierbeinige Freund zieht ein, dann sollte schon einiges für ihn vorbereitet sein:

  • Futternapf
  • Wassernapf
  • Futter
  • Hundebett
  • Halsband
  • Brustgeschirr
  • Leine
  • Spielzeug
  • Sicherheit nicht vergessen

Einen Hund anschaffen bedeutet, das Sie das Haus oder die Wohnung für den Vierbeiner sicher machen müssen. Chemikalien, Medikamente und Schädlingsbekämpfungsmittel immer wegsperren. Darf der Hund in den Garten, müssen Sie den Zaun auf eventuelle vorhandene Schlupflöcher kontrollieren. Gifte Pflanzen entsorgen und Teiche oder Pools mit einem Zaum oder einer Abdeckung sichern.

Stellt sich die Frage, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Die Antwort lautet JA und noch einmal JA. Einen Hund anschaffen bedeutet nicht nur Arbeit und Verantwortung, sondern auch eine Beziehung und innige Bindung für viele Jahre. Es ist ein so unbeschreiblich schönes Gefühl, wenn ein Hund zur Familie gehört. Der Vierbeiner dankt es mit seiner unendlichen Liebe, Treue und Verbundenheit.